Hans Kuhn

23.4.2005 – 10.7.2005

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen zum 350-jährigen Bestehen der Lichtentaler Allee würdigt die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden mit einer Sonderausstellung das Werk des 1905 in Baden-Baden geborenen Malers Hans Kuhn. Auch wenn ihn sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste schon früh nach Berlin führte und er in Paris und in Italien seine Studien fortsetzte, blieb der Künstler der Stadt Baden-Baden eng verbunden, selbst während seiner Professur an der Akademie in Berlin, die er dort von 1947 bis 1974 innehatte. Eine Auswahl von etwa 15 Gemälden, Gouachen und Radierungen, die parallel zur Ausstellung „Park – Zucht und Wildwuchs in der Kunst“ präsentiert wird, bietet Einblick in die künstlerische Entwicklung Hans Kuhns.

Anregungen holte sich Hans Kuhn durch seine stets aufmerksame Beobachtung der jeweils zeitgenössischen Malkultur und während seiner häufigen Aufenthalte in Italien und seiner Heimatstadt Baden-Baden. Das Spannungsverhältnis zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit im Schaffen Kuhns spiegelt ein Zeitphänomen der Kunst in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wider. Mit einer individuellen Zeichensprache und von ihm entwickelten Techniken wie der Lackmalerei und einer besonderen Spachtelmischtechnik findet Hans Kuhn seine Antwort auf den Disput der Traditionalisten und der Modernisten, indem er innere Bilder des Gesehenen und Erlebten vor die formalen Anforderungen der Zeit stellt. Insbesondere die umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema Landschaft – als uns umgebende Natur und als vom Menschen gestaltete Umwelt – verknüpft die unterschiedlichen Werkphasen miteinander, bietet aber auch einen Ansatz, die Würdigung des Jubilars mit den Feierlichkeiten der Stadt Baden-Baden zu verbinden.

Das umfassende Katalogbuch „Hans Kuhn (1905–1991). Eine Werkdokumentation zum 100. Geburtstag“ beleuchtet das künstlerische Schaffen aus unterschiedlichen Perspektiven anhand von Beiträgen zum Leben und Werk Hans Kuhns, seiner Zeichensprache in den Bildern nach dem Zweiten Weltkrieg und zwei kurzen Essays von Rolf-Gunter Dienst (aus der Sicht des Künstlerkollegen und Kunstkritikers) und Dietmar Lemcke (aus der Generation der Schüler). Das Œuvre wird in dieser Publikation mit einer Dokumentation der Wandarbeiten wissenschaftlich aufgearbeitet. Das Katalogbuch umfasst zudem viele unveröffentlichte Zeugnisse zur Biografie mit zahlreichen Fotografien und Abdrucken aus Briefen und Reden zu Ausstellungseröffnungen, sowie zahlreiche bislang noch nicht publizierte Arbeiten Hans Kuhns.

Dieses Projekt wird realisiert mit der freundlichen und großzügigen Unterstützung der Sparkassen-Finanzgruppe Baden-Württemberg mit ihren Unternehmen Stadtsparkasse Baden-Baden, LBS Landesbausparkasse und SV SparkassenVersicherung.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum 350-jährigen Alleejubiläum findet als Abschluss der Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH und dem Café L8 von 10–14 Uhr in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden ein Jazz-Brunch statt.