Jeder Künstler ist ein Mensch!

Positionen des Selbstportraits

09.11.2010 – 09.1.2011

Die im 15. Jahrhundert einsetzende Beschäftigung mit der Person und Rolle des Künstlers im Selbstportrait ist in der Kunstgeschichte der Neuzeit untrennbar mit Namen wie Albrecht Dürer, Rembrandt van Rijn oder Max Beckmann verbunden. Die Entwicklung der künstlerischen Selbstbefragung in den Jahren nach 1945 wurde bislang nur ansatzweise untersucht. Mit Werken von der Pop Art bis in die späten 1980er-Jahre soll diese Ausstellung einen Blick auf das Selbstportrait als kunsthistorische Gattung dieser Jahrzehnte werfen. Die zunehmende Verbreitung und Bedeutung der Fotografie veranlasst nicht nur Andy Warhol zu einer kritischen Auseinandersetzung mit diesem Genre. Es entstehen radikal die Persönlichkeit des Künstlers widerspiegelnde oder kultisch aufgeladene Inszenierungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher oder historischer Bezüge. Skeptisch befragt sich eine junge Generation von Künstlern und Künstlerinnen in Fotografie und Videokunst und im Medium der Malerei. Denn gerade als Gemälde bieten Selbstbildnisse die Möglichkeit einer radikalen Neuformulierung und kritischen Beschäftigung mit einem der großen Themen der Kunstgeschichte. Künstler wie John Baldessari, Bruce Nauman, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Martin Kippenberger, Albert Oehlen, Katharina Sieverding, Jeff Koons, Cindy Sherman oder Andrea Fraser haben dem Selbstportrait Themenfelder der Kunst- und Geistesgeschichte geöffnet und kritische Fragen zu Autorschaft, Individuum, Geschlecht und Genie gestellt.