MG59512 Foto: Michael Belogour

Liebe Freunde der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

Wie entscheidet man, welche Kunst in einer staatlichen Kunsthalle ausgestellt werden soll? Die diffuse Vorstellung, der Direktor müsse einen besonders entwickelten Kunstgeschmack haben und diesen in das Erstellen des Ausstellungsprogramms mit einfließen lassen, hat spätestens mit Beginn des 21. Jahrhunderts seine Gültigkeit verloren. Eine staatlich geförderte Institution hat einen öffentlichen Bildungsauftrag und damit die Verantwortung, diesem gerecht zu werden. Heute muss es vielmehr darum gehen, die Rolle und das Selbstverständnis einer Kunsthalle ständig zu befragen und dabei höchste künstlerische und ästhetische Ansprüche mit größtmöglicher gesellschaftlicher Zugänglichkeit und Relevanz zu verbinden. 

Das denkmalgeschützte Gebäude der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden bietet optimale Bedingungen für das Ausstellen von Kunst – auch für solche Kunst, die erst hundert Jahre nach dem Entwurf des Architekten Hermann Billing entsteht. Im Rahmen dieses Auftrags haben wir im Febrauar 2012 einen neuen Studioraum gegründet: 45cbm. Dort werden im Rhythmus von vier bis sechs Wochen jüngere Künstlerinnen und Künstler mit einer Einzelausstellung vorgestellt. 


Die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden ist in einer gesellschaftlichen Öffentlichkeit verankert, die weit über die Stadt und die unmittelbare Region hinausreicht. Das benachbarte Museum Frieder Burda ist der reichhaltigen Sammlung des Kunstmäzens Frieder Burda verpflichtet. Die Kunsthalle hingegen soll nicht den persönlichen Geschmack der Direktion und seiner Mitarbeiter zeigen, sondern sich dem Willen, in die Gesellschaft hineinzuwirken, noch stärker als bisher verpflichten. Die Platzierung neben einem privaten Museum bietet dabei eine optimale Ausgangslage, um den öffentlichen Auftrag einer staatlichen Kunsthalle am Anfang des 21. Jahrhunderts neu zu thematisieren.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Das Team der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden