Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie

Große Landesausstellung 2016 // PK 3.3.16, 11 Uhr

5.3.2016 – 19.6.2016

Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie, die Große Landesausstellung 2016, zeichnet mit einer Vielzahl historischer und aktueller Werke nach, wie Künstler Geld und den Umgang damit ins Bild gesetzt haben. Thematisiert werden die vielfältigen emotionalen, psychologischen und moralischen Implikationen von Geld durch die Präsentation einer Bildgeschichte der Ökonomie — mit mehr als 120 Arbeiten von 1264 bis 2016. Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden mit dem Casino Baden-Baden, dem Stadtmuseum Baden-Baden und dem Theater Baden-Baden und steht unter der Schirmherrschaft von Dr. Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen und Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg.

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
In der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden erwartet den Besucher ein Überblick über mehr als 800 Jahre Geldgeschichte. Geld ist nicht ahistorisch und immer gleich. In einem Jahrhundert erscheint es gut, in einem anderen böse, dann fast unsichtbar. Im Gegensatz dazu verbindet die moderne Auffassung der Ökonomie mit Geld ein neutrales und objektives Konzept — außerhalb historischer und gesellschaftlicher Kontexte. Die Baden-Badener Ausstellung rückt Geld als soziale Technologie in den Mittelpunkt und damit nicht zuletzt den Menschen und die Künstler, die sich dieser Technologie bedienen.

Künstler in chronologischer Reihenfolge: Dietisalvi di Speme, Lucas Cranach d. Ä., Dosso Dossi, Marinus van Reymerswaele, Bartholomaeus Bruyn d. Ä., Jan Wierix, Lucas van Valckenborch, Georg Flegel, Bartholomeus van Bassen, Pieter de Neyn, Theodoor Rombouts, Adriaen van Utrecht, Pieter Codde, Pietro della Vecchia, David Teniers d. J., Abraham Diepraem, Peeter van Bredael, Pieter van Anraedt, Giovanni Carlone, Johann Heiss, Edwaert Collier, Jan Verkolje, Cornelis Norbertus Gijsbrechts, Johann Peter Hasenclever, Karl Wilhelm Hübner, Ludwig Knaus, Otto Edmund Günther, Ernst Henseler, Hans Richter, Joseph Beuys, Andy Warhol, Yves Klein, Timm Ulrichs, Hanne Darboven, Maria Eichhorn, Cildo Meireles, Sylvie Fleury, Aernout Mik, Christin Lahr, Pratchaya Phinthong, Zachary Formwalt, Adriana Arroyo, Ioë Bsaffot

Casino Baden-Baden
Das 1838 von Jacques Bénazet gegründete Casino verfügt über eine reiche Geschichte, die im weitesten Sinne als Ausgangspunkt für die dort gezeigte Ausstellung dient. Darin werden jedoch nicht so sehr Werke gezeigt, die das Spielen um Geld im Casino thematisieren. Vielmehr geht es in den Arbeiten, die direkt zwischen den Spieltischen und an ungewöhnlichen Orten ausgestellt werden, darum, wie auf den Märkten heute um das große Geld gespielt wird. Dabei steht sowohl Kunst im Fokus, die selbstironisch den Kunstmarkt thematisiert, als auch Objekte, die das Casino der Finanzmärkte vor und nach der vorläufig letzten Finanzkrise 2008 reflektieren.

Künstler in chronologischer Reihenfolge: Hans-Peter Feldmann, Mark Flood, Liu Jianhua, Gabriel Kuri, Damien Hirst, Christoph Büchel, Hunter Jonakin, Adel Abdessemed, Axel Stockburger, Cheyney Thompson, Jochen Höller, Alicja Kwade, Benedikt Braun, Anahita Razmi, Hugh Scott-Douglas, Bewegung NURR, Superflex, RYBN.org

Stadtmuseum
Im Stadtmuseum wird die ambivalente Geschichte des Monopoly-Spiels, das seinen Ursprung in den krisenhaften Jahren des frühen 20. Jahrhunderts hat, nacherzählt. So gewann das als anti-monopolistisch gedachte Spiel über die Jahre zunächst in den USA und dann weltweit immer mehr an Popularität. Die Präsentation der Spiele in der Ausstellung wird von sozialdokumentarischen Fotografien aus der Zeit der düsteren Realität der »Great Depression« begleitet.

Künstler in chronologischer Reihenfolge: Jacob August Riis, John Heartfield, Dorothea Lange, Margaret Bourke-White, Öyvind Fahlström, Jim Goldberg

Theater Baden-Baden
»Wirtschaftskomödie« von Elfriede Jelinek
Das Theater Baden-Baden zeigt im Rahmen der Großen Landesausstellung das Stück »Wirtschaftskomödie« von Elfriede Jelinek. Was hält die Finanzwirtschaft in Schwung? Der Wunsch der Kleinanleger, sich einen Anteil an der wundersamen Geldvermehrung zu sichern, skrupellose Manager, die den Geldfluss zum eigenen Vorteil lenken? Und was, wenn das Geld plötzlich weg ist? Dann lässt sich Geld trotzdem weiter vermehren — nur eben anderes Geld. Atemlos, scharfsichtig, pointiert: Jelineks Sprache folgt assoziationsreich und verspielt der Entdinglichung des Geld- und Wortwerts.