Nicole Eisenman, The General, 2018, Bronze, rostfreier Stahl, Leinen, Kreide, Öl, 50 x 89 x 75 cm, Courtesy die Künsterlin und Anton Kern Galery. Foto: Ryan McNamara.
Nicole Eisenman, The General, 2018, Bronze, rostfreier Stahl, Leinen, Kreide, Öl, 50 x 89 x 75 cm, Courtesy die Künsterlin und Anton Kern Galery. Foto: Ryan McNamara.

Nicole Eisenman

Baden Baden Baden

02.11.2018 — 19.00 Uhr – 17.2.2019

Mit »Baden Baden Baden« präsentiert die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden die erste institutionelle Einzelausstellung von Nicole Eisenman in Deutschland.

Seit ihrem Durchbruch in der New Yorker Kunstszene in den 1990er Jahren zählt die 1965 im französischen Verdun geborene Künstlerin zu den wichtigen Stimmen ihrer Generation. Ihre großformatigen Gemälde und Zeichnungen sind bestimmt durch schwarzen Humor und eine vertiefte Reflexion der Geschichte, Kunstgeschichte und Popkultur. Virtuos spielt Nicole Eisenman mit Elementen aus den verschiedensten Zeiten, sie zitiert die Renaissancemalerei ebenso wie Modernismen und setzt dabei gezielt auch auf eine Antiästhetik und eine gewisse Rotzigkeit. Zudem vereint sie Politisches und Privates, Hoch- und Subkultur. So entstehen faszinierend narrative Werke mit eigenen formalen wie handwerklichen Setzungen – egal in welchem Medium.

Zunächst als Künstler-Künstlerin und Geheimtipp geschätzt, gehört sie mittlerweile auch zu den Großen innerhalb des Kunstmarktes. In Deutschland erregte Eisenman zuletzt Aufsehen mit ihrer spektakulären Brunnenanlage für die Skulptur Projekte Münster (2017). In der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden legt Nicole Eisenman nun den Fokus auf ihr skulpturales Werk. Gezeigt werden über 20 Arbeiten aus den letzten Jahren, darunter 12 neue, eigens für »Baden Baden Baden« geschaffene Werke. Aus Bronze in unterschiedlichen Größen gegossene »Köpfe« etwa belegen Eisenmans Vorliebe für die Textur und das experimentelle Spiel mit unterschiedlichen Materialien und deren Wirkung: Mal ist die bronzene Oberfläche fein poliert, mal erscheint sie grob und stumpf oder ist gar farblich gefasst. Mal sind die Physiognomien differenziert ausgearbeitet, mal eher abstrahiert oder comichaft verzerrt. Einer der »Köpfe« speit Wasser wie ein außer Kontrolle geratener Brunnen, ein anderer stößt tatsächlichen Rauch aus. Neben Skulpturen und Plastiken werden auch Gemälde, eine Videoarbeit sowie eine sechsteilige Serie von Holzreliefs zu sehen sein.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, mit Texten von Hannah Black und Hendrik Bündge sowie Fotografien von Ryan McNamara.