45cbm: Sarah Ancelle Schönfeld
Alien Linguistic Lab
Künstler*in
- Sarah Ancelle Schönfeld
Kurator*in
- Imke Kannegießer
Forscher haben etwas Neues über Tintenfische gefunden.
Die Gene von Tintenfischen sind besonders.
Sie haben Gene, die sonst nur Säugetiere haben.
Tintenfische haben 33.000 mehr Anweisungen für Proteine als Menschen.
Die Forscher wissen nicht, warum das so ist.
Sie haben einen Scherz gemacht.
Sie haben gesagt: Tintenfische sind Aliens.
Viele Menschen haben das ernst genommen.
Sie denken: Tintenfische sind fremde Wesen.
Das war lustig.
Aber Tintenfische sind keine Aliens.
Es wäre trotzdem spannend zu wissen:
Woher kommen Tintenfische?
Wie sind sie entstanden?
Kopffüßer nutzen Öl als Sprache. Botschaften sind im Öl gelöst. Die Tinte, die sie ausstoßen, ist keine Warnung. Die Tinte ist eine Wolke mit codierten Botschaften. Oktopusse nutzen Tinte, um zu kommunizieren. Auf einem Planeten mit Kopffüßern gibt es viel Tinte und Öl. Andere Wesen müssen sich anpassen. Ihre Welt ist glitschig und träge. Die Signale sind wie ein starker elektromagnetischer Sturm. Informationen sind nicht unsichtbar. Sie sind zähflüssige Materie.
Kopffüßer verstehen Hormonwolken. Sie nutzen Duftstoffe als Antwort. Sprache ist für sie mehr als Kommunikation. Sie nutzen Sprache, um Dinge zu erschaffen. Oktopusse nutzen Duftstoffe zum Bauen und Gestalten. Sie erschaffen „Erfahrungsräume“. Diese Räume sind veränderlich und beweglich. Kopffüßer erschaffen Kunst und Städte aus Duft. Geruch ist mit Gedächtnis und Sprache verbunden. Kopffüßer verstehen das gut.
Auszug aus „Octopus Oracle“, Ashkan Sephavand über Sarah Ancelle Schönfelds „Alien Linguistic Lab“, übersetzt von Julia Ritter










